Das Wappen von Preding
Das Marktwappen zeigt Maria mit dem Jesukind auf dem Arm im Glorienschein stehend, in rotem Schild.
Über die Entstehung dieses Wappens bzw. wann das Wappen verliehen wurde, gibt es keine Aufzeichnungen.
Im historisch-topographischen Lexikon der Steiermark aus dem Jahre 1822 und auch im Werk "Städtewappen
des Österreichischen Kaiserstaates" vom Jahre 1864 wird das Marktwappen der Gemeinde Preding in der
heutigen Form beschrieben. Unser Wappen ist sicher keine alltägliche und gebräuchliche Darstellung
und ist heute als das offizielle Amtssiegel der Gemeinde in Verwendung.
Maria im Dorn
Auch unser Markt blieb von den Türkenkriegen nicht verschont. Insgesamt 19 Türkeneinfälle erlebte
unsere Heimat. Der 15. Türkeneinfall um 1532 war besonders schwerwiegend. Bei ihrem Rückzug aus Graz
kamen die Türken auch nach Preding. Die wilden Horden plünderten und brannten alle Häuser und die
Kirche nieder.
Die Sage erzählt:
"Als die Bewohner, die von den Türken in die Sausaler Wälder geflüchtet waren, nach dem Rückzug
dieser mordenden Horden wieder zurückkehrten, war alles zerstört. Bei den Aufräumungsarbeiten entdeckte
man in einem Dornengestrüpp neben der Leiche eines Türken das unversehrt gebliebene Altarbild der Kirche,
das die heilige Maria darstellt. Die Bewohner von Preding deuteten diesen Fund als einen Wink Gottes und errichteten
an dieser Stelle ihre neue Kirche. Gleichermaßen gingen sie auch daran, den Ort wieder aufzubauen."
Die Geschichte unserer Kirche
Ursprünglich gehörte Preding zur Pfarre Hengsberg. 1462, zur Zeit der Markterhebung, dürfte aber
bereits eine Kirche bestanden haben, die 1532 beim Einfall der Türken niederbrannte. Tauf- und Sterbeprotokolle
aus den Jahren 1640 und 1664 beweisen, dass Preding zu dieser Zeit schon eine Pfarre gewesen sein muss. Ein Grabstein
mit Inschrift aus dem Jahre 1699 zeigt dies ebenfalls. Wahrscheinlich war das Stift Stainz Stifter und Begründer
unserer Kirche.
Die Kirche wurde in mehreren Etappen errichtet. Gotische Fenster, die von außen deutlich erkennbar sind, beweisen,
dass der erste Bau im gotischen Stil ausgeführt wurde. Die Kirche hat eine Innenlänge von 28,44 m, eine Breite
von 11,85 m und eine Höhe von 11,21 m. Mit ihrer reichen Innenausstattung zählt sie zu den Sehenswürdigkeiten
des Landes.
Den Hochaltar ziert ein Bild der heiligen Gottesmutter mit dem Jesukind, auf einem Türkenkopf stehend. Die Annakapelle
ist in den Jahren 1831 bis 1833 zugebaut worden. 1921 bis 1925 erfolgte eine gründliche Renovierung der Kirche.
Der bekannte italienische Maler Felix Barazutti schuf die herrlichen Deckengemälde. 1937 wurde eine neue, klangschöne
Orgel ihrer Bestimmung übergeben. 1988 wurde die Kirche neuerlich renoviert.
In Wieselsdorf, Pöls, Leitersdorf und Klein-Preding gibt es Meßkapellen.
Schloss Hornegg
Horneck ist um 1220 als Burg erbaut worden. Die Hornecker dürften ein angesehenes Rittergeschlecht gewesen sein.
Als erster seines Geschlechtes wird Chunrat (Konrad) von Horneck genannt.1373 wird die Feste Horneck an Konrad von Saurau verkauft.
Jörg von Saurau ersucht Kaiser Friedrich III., sein Dorf "Großpreding" zum Markt zu erheben. Nachdem sich Schloss Horneck
beinahe 230 Jahre im Besitz der Familie Saurau befunden hatte, wird es 1603 an Frau Anna Watzlerin verkauft.
1609 wird Horneck an
den Freiherrn Franz von Galler verkauft. Das Stift Stainz erwirbt das Schloss im Jahre 1621. Nach der Auflassung des Stiftes Stainz
durch Kaiser Josef II., kaufte 1785 Freiherr Leonhard von Greifenfels das Schloss.
Von 1827 bis 1875 befindet sich die Herrschaft Horneck im Besitze der Familie der Freiherren von Mandl.
In der weiteren Folge
wechselt das Schloss sehr häufig den Besitzer, bis es 1939 von der Familie BRIEGL (Holler) erworben wird
Anekdote - Kaiser Franz Josef in Preding
Preding zählt zu jenen Orten unseres Landes, in denen ein Kaiser kurz verweilte.
Anläßlich einer Bahnfahrt nach
Deutschlandsberg im Jahre 1883 hielt der Zug mit dem hohen Gast im Bahnhof Preding an. Die gesamte Bevölkerung von Preding war
versammelt, um die verehrte Majestät herzlichst zu begrüßen.
Wie eine Urkunde zeigt, wurde der damalige
Feuerwehrhauptmann Eduard KÖRNER vom Kaiser angesprochen. Laut Überlieferung entspann sich folgender Dialog:
"Na, Herr Hauptmann, brennt`s oft bei Ihnen?" fragte der Kaiser schmunzelnd, worauf der Feuerwehrhauptmann in seiner Aufregung
geantwortet haben soll:
"Leider nein, Majestät."